NBA-Star Schröder: Umzug in die USA war „Kulturschock“

Foto: Baketball © tookapic auf Pixabay
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Oklahoma City (dts Nachrichtenagentur) – Dennis Schröder, Kapitän der deutschen Basketball-Nationalmannschaft und Spieler in der nordamerikanischen Profiliga NBA, hat nach dem Umzug aus seiner Heimatstadt Braunschweig in die USA vor sechs Jahren einen „Kulturschock“ erlebt. „Ich wusste nicht, was in den USA auf mich zukommen würde, als ich mit meiner großen Schwester und meiner Nichte nach Atlanta zog“, sagte Schröder dem „Zeitmagazin“. Es habe anscheinend keine staatlichen Strukturen gegeben, „und nur wer Geld hatte, schien gesellschaftlich anerkannt zu sein – so kam es mir jedenfalls vor“, sagte Schröder.

Seine Schwester habe sich damals darum gekümmert, dass es ihm gut gegangen sei. „Sie kochte und organisierte den Haushalt für mich, damit ich mich komplett aufs Basketballspielen konzentrieren konnte“, so Schröder. „Das half mir sehr dabei, mich einzuleben.“ Über seinen früh verstorbenen Vater sagte Schröder: „Ich träume davon, dass er stolz auf mich wäre, wenn er sehen könnte, was aus mir geworden ist.“

Er erinnere sich an ein Gespräch, was sie geführt hätten, als er 16 war. „Wir unterhielten uns über Basketball und über meine Zukunft. Dabei versprach ich ihm, alles daranzusetzen, um eines Tages den Sprung in die NBA zu schaffen, die beste Basketball-Liga der Welt. Zehn Tage nach unserem Gespräch erlitt mein Vater einen Herzinfarkt. Er starb mit 46 Jahren. Mich und den Rest meiner Familie traf das völlig unerwartet. Mit einem Mal fühlte ich mich für sie verantwortlich, und es war, als ob sich in meinem Kopf ein Schalter umlegte. Von da an trainierte ich jeden Tag stundenlang.“ Manchmal sei er erst nach Hause gekommen, wenn seine Mutter und seine Geschwister längst schliefen. „Ich wollte das Versprechen einlösen, das ich meinem Vater gegeben hatte, und es für ihn in die NBA schaffen. Das wurde zu meinem großen Traum“, so Schröder.