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Turnier in Nienberge – Greta Reinacher liefert Maßarbeit ab und gewinnt S-Springen

Münster – Greta Reinacher setzte sich beim Turnier in Nienberge gleich in drei Wettbewerben durch, unter anderem im S-Springen, das sie vor dem Handorfer Philipp Hartmann gewann. Die Ausrichter zogen insgesamt ein positives Fazit.

Wenn es läuft, dann läuft es. Und bei Greta Reinacher lief es richtig gut. In fünf Springen sattelte sie ihre Vierbeiner, gleich drei Mal durfte sie am Ende als stolze Siegerin einreiten. Das schwere Springen am Samstag dominierte sie auf Cortina, den Großen Preis am Sonntag sicherte sie sich auf Captain Blue vor Philipp Hartmann (RFV Handorf-Sudmühle) auf Hirtentanz. „Ich bin sehr zufrieden, zumal ich auf Captain Blue erst mein drittes Turnier bestreite.“ Immerhin wusste der Vierbeiner, was ihn erwartet, denn vor zwei Jahren trug er Daniel Engbers (damals im Stall Reinacher beschäftigt) zum Sieg im Großen Preis.

Die 28-jährige Amazone aus Osterwick reitet, so lange sie denken kann. Als junges Mädchen durfte sie nicht nur ihren erfolgreichen Papa Klaus Reinacher beim Gewinnen bestaunen, sondern auch schon mal ein etwas nervöseres Pferd „zur Beruhigung reiten“. Spätestens da hatte sie Blut geleckt, was ihre sportliche Leidenschaft betrifft. Der Erfolg gibt ihr mittlerweile recht.

Sie lebt für ihren Sport, sie lebt aber nicht von ihrem Sport. Beruflich ist Reinacher Maßschneiderin für Damenmode und zuletzt gar zur Schnitt-Directrice bei Siggi Spiegelburg aufgestiegen. Maßarbeit scheint ihr zu liegen, denn beim Springturnier in Nienberge lieferte sie ausschließlich Ritte nach Maß und damit vorbildliche Arbeit ab. Auch der Herr Papa war bestens zufrieden.

820 Pferde, 750 Starts, 230 Reiter – diese Zahlen erschrecken schon lange keinen mehr beim RV Nienberge. Da steht eine Mannschaft parat, die solch ein Turnier ehrenamtlich stemmt. Und da steht jemand ganz vorn, der etwas von dem Metier versteht. In den vergangenen Jahren hatte Georg Bruns das Sagen, in diesem Jahr debütierte seine Tochter Ulrike als Turnierleiterin. Auch sie zog am Sonntagnachmittag ein sehr zufriedenes Fazit, was den Sport, den Ablauf und das Wetter betrifft. „Ausbaufähig wäre noch die Zahl der Besucher, auch wenn ich mit dem Zuspruch am Sonntag schon ganz gut leben kann.“

Die 31-Jährige beschränkte sich aber nicht auf die Turnierleitung, sondern ist auch selbst an den Start gegangen. Platz drei im Ein-Sterne-S am Samstag auf Talent Charboniere war der Lohn. „Es war sein erstes S-Springen überhaupt, da kann sich der dritte Rang doch sehen lassen.“ Zumal sie das Pferd erst drei Monate im Stall hat.

Ulrike Bruns hat den Reitsport von der Pike auf gelernt. Kein Wunder, wenn Mutter und Vater in dieser Branche tätig sind und die Tochter rasch einbinden. Heute ist sie als Pferdewirtin selbstständig, weiß aber immer die Eltern in der Hinterhand. Nicht nur in ihrem Betrieb, auch in ihrer Funktion als 2. Vorsitzende beim RVN und natürlich als Turnierleiterin.

Die gute Laune stand ihr jedenfalls an diesem Wochenende ins Gesicht geschrieben: „Wenn es läuft, dann läuft es.“