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Trotz Dopingstrafen: Russland schickt seine Sportler zu den Winterspielen

Groß war die Empörung in Russland, nachdem das IOC das Land für sein Dopingsystem bestraft hatte. Doch nun sollen alle russische Athleten starten. Auch im Fernsehen werden die Spiele wohl gezeigt.

Russische Athleten sollen trotz der Auflagen durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) bei den Winterspielen in Pyeongchang starten. Wie das Russische Olympische Komitee mitteilte, hat es einstimmig dafür gestimmt, seine Athleten an den ersten Winterspielen in Südkorea teilnehmen zu lassen.

„Das Russische Olympische Komitee hat einstecken müssen, um den Sportlern ihren olympischen Traum ermöglichen zu können“, sagte Alexander Schukow, Chef des Komitees. Das IOC hatte das Nationale Olympische Komitee Russlands wegen systematischen Dopings von den Spielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) ausgeschlossen, sauberen Athleten aber unter neutraler Flagge einen Start in Aussicht gestellt.

Auch dürfen bei Olympia weder die russische Hymne gespielt werden noch die russische Fahne wehen. Schukow rechnet damit, dass bis zu 200 Athleten aus Russland in Südkorea an den Start gehen werden.

Witali Smirnow, der Vorsitzende des russischen Anti-Doping-Ausschusses, begrüßte die Entscheidung für den Start unter neutraler Flagge: „Wir haben die richtige Entscheidung im Sinne unserer Athleten getroffen. Die Teilnahme an den Winterspielen ist eine Chance, unseren Status, unsere Stellung und unseren guten Namen wiederherzustellen.“

Zahl der untersuchten Fälle erhöht sich

Zuletzt hatte bereits Staatspräsident Wladimir Putin erklärt, dass das Riesenreich die Spiele in Pyeongchang nicht boykottieren werde und damit den Weg frei gemacht. Der Erste Fernsehkanal Russlands kündigte an, Wettbewerbe mit russischer Beteiligung nun doch live zu zeigen. Nach der Verkündung der IOC-Strafen hatten russische Sender zunächst einen Olympia-Boykott angekündigt.

Unter dessen geht die Sanktioniereung gedopter russischer Sportler weiter. Am Dienstag sperrte das IOC sechs von sieben angeklagten Eishockeyspielerinnen lebenslang für Olympia und schloss das gesamte russische Eishockey-Team der Frauen von den Spielen 2014 in Sotschi (Platz sechs) nachträglich aus. Die Zahl der vom IOC gesperrten russischen Athleten erhöht sich damit auf 31, in zwei Fällen erfolgte keine Sanktion.

Zudem sind nun zehn weitere Sportler Gegenstand der Ermittlungen. Wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Dienstag mitteilte, hat sich die Anzahl der von der Oswald-Disziplinarkommission untersuchten Fälle auf 46 erhöht.